Lord Byron (1788–1824)

Am 5. Januar 1824 ...

... traf ein Mann mit zwei Schiffen und 500 Soldaten am Golf von Patras in Griechenland ein. Es handelte sich um den europaweit bekannten großen englischen Dichter Gordon, Lord Byron. Er schwor, Griechenland die Befreiung zu bringen oder zu sterben.

Die Festung Mesolongion am Golf von Patras hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zweimal langen türkischen Belagerungen getrotzt. Sie galt als Symbol des Freiheitskampfes der Griechen.

„Freiheit oder Tod!“ lautete auch die Losung, welche der Metropolit von Patras am 25. März 1821 ausgab. Große Teile Griechenlands folgten diesem Aufruf. Auf der Peloponnes-Halbinsel, in Epiros und Arkadien erhob sich die Bevölkerung gegen die seit 400 Jahren dauernde türkische Fremdherrschaft. Binnen weniger Wochen wurden 15 000 Türken umgebracht, Tausende flohen aus dem Land.

Das war ein denkbar schlechter Auftakt des Freiheitskampfes, denn der Sultan würde mit Sicherheit zurückschlagen. Im Januar 1822 proklamierte eine Nationalversammlung Griechenlands Unabhängigkeit. Daraufhin schloss sich auch die Ägäis-Insel Chios dem Aufstand an. Dieser isolierte und ungeschützte Ort bot sich für ein blutiges Exempel geradezu an. Anfang April erschien eine türkische Flotte vor Chios, die gelandeten Soldaten eroberten die Insel ohne Mühe. Danach wurden sämtliche Häuser niedergerissen, 23 000 Männer hingeschlachtet, 45 000 Frauen und Kinder in die Sklaverei verschleppt.

Das Gemetzel von Chios löste in weiten Teilen Europas Empörung sowie eine Sympathiewelle für den griechischen Befreiungskampf aus. In vielen Ländern entstanden Vereine der „Philhellenen“ (Griechenfreunde) zur ideellen und materiellen Unterstützung der Rebellen. Ihnen gehörten auch populäre Schriftsteller wie der Deutsche Adelbert von Chamisso und der Franzose Victor Hugo an. Weit entfernt vom Ort des Geschehens, machten sich viele Philhellenen idealisierte Vorstellungen. Tatsächlich waren die Aufständischen politisch tief zerstritten. Oft bekämpften sie sich heftiger als den türkischen Feind. Ihr provisorischer Präsident Fürst Alexander Mavrokordatos besaß keinerlei Autorität.

Der Engländer Gordon, Lord Byron hatte Griechenland seit 1822 mit großen Geldbeträgen unterstützt. Dieser romantische Dichter war durch seine Epen „Childe Harold“ (1816) und „Manfred“ (1817) berühmt geworden. Er führte jahrelang ein unstetes Wanderleben, immer auf der Suche nach dem tieferen Sinn des Lebens. Den hatte er nun im griechischen Freiheitskampf gefunden. Ende Juli 1823 bestieg er in Livorno das englische Schiff „Hercules“ und segelte zur Insel Kephallenia. Außer Waffen brachte er auch einen beträchtlichen Vorrat an Geld und Medikamenten mit.

Seit September 1823 belagerten die Türken unter Mustafa Pascha eine der wichtigsten Festungen des Landes – Mesolongion, damals Missolunghi genannt. Dort traf Byron Anfang Januar 1824 ein und wurde als Retter in höchster Not mit Jubel begrüßt. Er stellte sich an die Spitze einer Brigade von 2500 Mann, die das türkisch besetzte Lepanto erobern sollte.

An Ort und Stelle merkte Byron schnell, wie eigensinnig und zerstritten die Griechen waren. Der 36jährige, bekannt für sein reizbares Gemüt, zeigte sich tief enttäuscht. Dennoch gelang es ihm, mehrere Streitigkeiten kraft seiner Autorität zu schlichten. Anfang April, kurz vor der Lepanto-Unternehmung, erkrankte er an Fieberschüben. Kaum genesen, zog Byron sich nach einem Spazierritt eine Lungenentzündung zu, die am 19. April 1824 zum Tode führte.

Byrons Ende trug zur kurzzeitigen Einigung der Griechen bei. 21 Tage lang trauerte das ganze Land um ihn. Sein Herz wurde im Mausoleum von Mesolongion aufbewahrt. Zwei Jahre nach Byrons Tod eroberten türkische Truppen die Stadt zurück. Sie hatten allerdings wenig Freude daran, denn die Überlebenden der Besatzung sprengten sich mitsamt den eindringenden Feinden in die Luft.

Entschieden wurde der griechische Freiheitskampf erst 1827 durch das Eingreifen der Großmächte Russland, Großbritannien und Frankreich. Seit 1830 war Griechenland wieder ein freier und unabhängiger Staat. Lord Byron hatte postum sein Ziel erreicht.

(aus welt.de)

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