Mathilde Kralik von Meyrswalden (1857-1944)

Mathilde Kralik von Meyrswalden (3. Dezember 1857 zu Linz an der Donau - 8. März 1944 in Wien) war Tochter des böhmischen Glasindustriellen Wilhelm Kralik Ritter von Meyrswalden (1807-1877) aus Eleonorenhain. Ihr Vater wurde im Jahr 1877 von Kaiser Franz Joseph I. für industrielle und humanitäre Wirksamkeit mit dem Prädikat „Ritter von Meyrswalden“ in den Adelsstand gehoben. Nach dem Tode seiner ersten Ehefrau Anna Maria Pinhak (1814-1850), mit der er 13 Kinder gezeugt hatte, heiratete er am 28. Mai 1851 Louise Lobmeyr (1832-1905). Mit dieser Ehe vertieften sich die Beziehungen zum Großindustriellen Ludwig Lobmeyr in Wien, einem der profiliertesten Glasexperten seiner Zeit, und damit gelang es ihm, seine Glasfabriken in Böhmen auszubauen, deren Glaserzeugnisse später Weltruf erlangten und die Vitrinen der Glasmuseen füllen.
Mathilde Kralik von Meyrswalden ist das vierte von fünf Kindern aus der zweiten Ehe mit Louise geb. Lobmeyr. Ihrem Bruder Richard Kralik von Meyrswalden, dem Dichterphilosophen, Historiker und Kulturpolitiker, war sie geistesverwandt und von Kindheit an Vertraute seiner Gedankenwelt. Bereits ihren ersten Kompositionen lagen lyrische Gedichte und Hymnen ihres Bruders zugrunde, wie auch der Text ihrer dreiaktigen Märchenoper „Blume und Weißblume“. In der Familie wurde regelmäßig Hausmusik betrieben, ihr Vater Wilhelm spielte Geige und ihre Mutter Louise Klavier. In diesem musikalisch geprägten Milieu lernten die Kinder nicht nur Kammermusik der Klassik, sondern manche für Streichquartett eingerichtete Orchestermusik der Zeit (vorzugsweise von Haydn, Mozart und Beethoven) durch Anhörung der häuslichen Quartette kennen. Frühzeitig erkannten die Eltern die Begabung ihrer Tochter. Die finanziellen Verhältnisse ihres Vaters erlaubten es, dass Mathilde Kralik von Meyrswalden bei den besten Musikpädagogen ihrer Zeit Privatunterricht nehmen konnte und sich nicht um ihren Lebensunterhalt kümmern musste.
Mathilde Kralik von Meyrswalden war Schülerin von Anton Bruckner, Franz Krenn und Julius Epstein. Außerdem belegte sie Kurse in Musikgeschichte. Die Jahresabschlüsse gelangen der Studentin mit Auszeichnungen. So erhielt sie im ersten Jahr (nach Absolvierung des zweiten Jahrgangs) den zweiten Preis für das Scherzo ihres Klavierquintetts. Nach Beendigung des dritten Jahrgangs erhielt sie den ersten Preis für ihre Abschlussarbeit, Intermezzo aus einer Suite, das sie selbst beim „Concours der Ausbildungsschule für Komposition“ am 2. Juli 1878 als 20-Jährige dirigierte. Sie absolvierte das Konservatorium 1878, nur zwei Jahre nach Aufnahme ihres Studiums, mit dem Diplom in Komposition und der „Silbernen Gesellschaftsmedaille“.
Mathilde Kralik von Meyrswalden und Gustav Mahler besuchten in der gleichen Zeit die Kompositionsklasse am Wiener Konservatorium.
Gustav Mahler gehörte zu ihrem Freundeskreis, ebenso seine Frau Alma geb. Schindler. Gustav Mahler beendete ebenfalls 1878 sein Musikstudium und war wie Mathilde Kralik von Meyrswalden Preisträger.
Von Musikliebhabern geschätzt wurden die regelmäßig Sonntag nachmittags in ihrem Haus in der Weimarer Straße (Wien-Döbling) abgehaltenen Soiréen, bei denen Mathilde Kralik von Meyrswalden durch ihr virtuoses Klavierspiel so manchen Kunstgenuss bot. Es ist als fast selbstverständlich anzusehen, dass das Zusammenwirken der Geschwister Richard und Mathilde Kralik von Meyrswalden sich auch auf das Gebiet der Oper erstrecken würde. Ihr älterer Bruder Richard Kralik von Meyrswalden war Schriftsteller und Kulturphilosoph. Er gründete die konservativ-katholische Zeitschrift „der Gral“, und auch seine Werke hatten zum großen Teil religiöse Themen. Ihm zu Ehren benannte die Stadt Wien im Stadteil Döbling den „Richard-Kralik-Platz“. Der künstlerische Erstling der Geschwister war die dreiaktige Märchenoper „Blume und Weißblume“, deren Libretto Bruder Richard nach dem Volksbuch „Flos und Blankflos“ verfasst hatte. Mathilde Kralik von Meyrswalden war wie viele ihrer Kolleginnen auch im Vereinsleben aktiv: Ehrenpräsidentin des Damenchorvereins Wien, der Wiener Bachgemeinde, des Österreichischen Komponistenbundes, des Vereins der Schriftsteller und Künstler Wiens und des Klubs der Wiener Musikerinnen. Im letztgenannten Klub traf sie häufig mit der Komponistin Wilma von Webenau zusammen. Am 3. Oktober 1905 starb ihre Mutter Louise mit 83 Jahren. Der Tod ihrer Mutter erschütterte die 48-jährige Mathilde Kralik von Meyrswalden schwer, sie reagierte mit einer halbjährigen Stagnation ihres Schaffens. Ab 1912 lebte die bis dahin alleinstehende Komponistin Mathilde Kralik von Meyrswalden mit Dr. Alice Scarlates (1882-1959) gemeinsam in der Wohnung Weimarer Str. 89 in Wien. Alice Scarlates war bis zu ihrem Ruhestand als Lektorin für romanische Sprachen an der Universität Wien tätig, weiter führende Informationen zu ihr sind indes im Nachlass nicht überliefert. Lediglich im Testament von Mathilde Kralik von Meyrswalden vom 31. Juli 1934 wird die „langjährige Freundin ... die Freud und Leid“ mit ihr geteilt habe, als Haupterbin ihres Nachlassvermögens eingesetzt.
Sie starb am 8. März 1944 im Altersheim „Herbstsonne“ in der Argentinierstrasse, gemeldet blieb sie bis zu ihrem Tod noch in der Weimarer Straße 89. Sie wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof (Tor 2) beigesetzt. Den Totenschein unterzeichneten Mathilde Kralik von Meyrswaldens Schwester Louisa und ihre Lebensgefährtin Dr. Alice Scarlates. Alice Scarlates blieb nach dem Tod ihrer Freundin Mathilde Kralik von Meyrswalden noch bis zu ihrem eigenen Tod im Jahr 1959 in der gemeinsamen Wohnung Weimarer Str. 89 wohnen.

 

Die Lieder

Lied der Sappho (Johann Gottfried Herder)

  1. Ich kann nicht süsse Mutter

  2. Der Mond ist schon hinunter

  3. Ach die gliederlösende böse Liebe

  4. Lieblicher Abendstern

  5. Komm, o Cypris

  6. Erstorben wirst du liegen

     

Manuskript

Noten: Lieder

(Erstaufführung)

Sappho

Johann Gottfried Herder

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Biografie

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