

Charles Ives, geboren am 20. Oktober 1874 in Danbury, Connecticut, war ein amerikanischer Komponist der Moderne – einer der radikalsten und originellsten Pioniere der US-amerikanischen Musik des 20. Jahrhunderts.Sohn eines Bürgerkriegs-Bandleaders (George Ives), lernte er früh Violine, Klavier, Orgel und Komposition; sein Vater experimentierte mit Polytonalität, Mikrotonen und „unhörbaren“ Klängen – das prägte Ives lebenslang. Er studierte an der Yale University bei Horatio Parker, doch Ives entschied sich bewusst gegen eine reine Musikerlaufbahn: Ab 1906 arbeitete er erfolgreich als Versicherungsmakler (Ives & Myrick), wurde Millionär und komponierte abends und am Wochenende.
Sein Stil ist revolutionär: Polytonalität, Polyrhythmik, Dissonanzen, Zitate aus amerikanischer Folklore, Hymnen, Marschmusik, Ragtime, Kirchenliedern – alles kollidiert in einer dichten, chaotischen, aber visionären Klangwelt. Hauptwerke:
4 Sinfonien (Nr. 2 „The Resurrection“, Nr. 3 „Camp Meeting“, Nr. 4 mit Chor und Fernorchester)
Concord Sonata für Klavier (mit Emerson, Hawthorne, The Alcotts, Thoreau)
Three Places in New England
The Unanswered Question
Central Park in the Dark
über 100 Lieder, Streichquartette, Kammermusik.
Ives war ein radikaler Individualist, Transzendentalist (Emerson, Thoreau), Patriot und Experimentierer – er schrieb Jahrzehnte vor Stravinsky oder Schönberg atonal-polyphone Musik. Zu Lebzeiten fast unbekannt, wurde er erst ab den 1930er/40er Jahren entdeckt (Pulitzer-Preis 1947 für Sinfonie Nr. 3).Er heiratete 1908 Harmony Twichell; das Paar hatte keine Kinder. Ives starb am 19. Mai 1954 in New York. Sein Vermächtnis: Er begründete eine eigenständige amerikanische Moderne, frei von europäischen Konventionen – chaotisch, demokratisch, transzendental.
Lieder
From „114 Songs“
Songs my mother taught me
Serenity "O, Sabbath rest of Galilee"
Hymn "Thou hidden love"
Wiegenlied