

Jules Massenet (voller Name: Jules Émile Frédéric Massenet), geboren am 12. Mai 1842 in Montaud bei Saint-Étienne (Loire, Frankreich), war ein führender französischer Komponist der Spätromantik – der „Wagner Frankreichs“ und Meister der lyrischen Oper.Sohn eines Eisenfabrikanten, erhielt er früh Klavierunterricht von seiner Mutter und trat mit 11 Jahren ins Pariser Konservatorium ein (Klavierpreis 1859, Komposition bei Ambroise Thomas). 1863 gewann er den Prix de Romemit der Kantate David Rizzio. Nach Rom und Reisen begann er mit Opern: Er schrieb über 30 Bühnenwerke, oft selbst das Libretto mitverfassend.Sein Stil: sinnliche, melodische Lyrik, raffinierte Orchestrierung, sentimentale Tiefe, theatralische Wirkung – typisch französisch, beeinflusst von Gounod, Thomas und Wagner, doch eleganter und intimer. Hauptwerke:
Manon (1884, nach Prévost) – sein größter Erfolg, sinnlich und tragisch
Werther (1892, nach Goethe) – intensives Psychodrama
Thaïs (1894) – mit der berühmten Méditation (Violine + Orchester)
Le Jongleur de Notre-Dame (1902) – rührende Legende
Cendrillon (Aschenputtel, 1899), Hérodiade (1881), Don Quichotte (1910) u. a.
Daneben Oratorien (La Vierge), Ballettmusik, Lieder, Klavierstücke und Orchesterwerke.
Massenet war Professor am Konservatorium (seit 1878), hochgeehrt (Legion d’Honneur), aber auch kritisiert für „Weichheit“. Er heiratete 1866 Constance de Saint-Mary; das Paar hatte eine Tochter. Er starb am 13. August 1912 in Paris (70-jährig) an Krebs.Seine Opern dominieren bis heute das französische Repertoire – voller Emotion, Melodie und dramatischer Schönheit.