

Francis Poulenc, geboren am 7. Januar 1899 in Paris, war ein französischer Komponist und Pianist – einer der charmantesten und vielseitigsten Vertreter der Musik des 20. Jahrhunderts, Mitglied der legendären Gruppe Les Six.Aus wohlhabender Familie (Vater Mitinhaber der Pharmafirma Poulenc Frères, später Rhône-Poulenc; Mutter Amateurpianistin) war er weitgehend Autodidakt – kein Konservatorium, sondern Privatunterricht bei Ricardo Viñes. Früh beeinflusst von Satie, Stravinsky, Chabrier und der Pariser Avantgarde, debütierte er 1917 mit der frechen Rapsodie nègre. In den 1920er Jahren wurde er zum Star der „Roaring Twenties“ in Paris: witzig, ironisch, neoklassizistisch, mit Einflüssen aus Cabaret, Jazz und Volksmusik.
Hauptwerke:
Klavierstücke (Trois mouvements perpétuels, Suite française)
Über 200 Mélodies (Lieder, z. B. auf Texte von Apollinaire, Éluard, Aragon – Meister der französischen Liedkunst)
Kammermusik (z. B. Sextett, Trios)
Ballette (Les biches 1924)
Opern: Les mamelles de Tirésias (1947, surrealistisch-komisch), Dialogues des Carmélites (1957, tief spirituell)
Geistliche Werke: Stabat Mater (1950), Gloria (1959), Messe en sol majeur – nach einer spirituellen Krise in den 1930er Jahren (Tod des Freundes Lucien Roubert) kehrte er zum katholischen Glauben zurück.
Poulenc war offen homosexuell, lebte in langjähriger Beziehung mit Raymond Destouches (Chauffeur), zeugte aber 1946 eine Tochter (Marie-Ange). Er beschrieb sich selbst als „moine et voyou“ (Mönch und Raufbold) – seine Musik vereint Leichtigkeit, Melancholie, Ironie und tiefe Frömmigkeit.Er starb am 30. Januar 1963 in Paris (64-jährig) an einem Herzinfarkt. Poulenc gilt als einer der größten Melodiker des 20. Jahrhunderts – elegant, witzig, emotional und unvergesslich französisch.