

Max Reger (voller Name: Johann Baptist Joseph Maximilian Reger), geboren am 19. März 1873 in Brand (Oberpfalz, Bayern), war ein deutscher Komponist, Pianist, Organist, Dirigent und Musikpädagoge – einer der produktivsten und kontroversesten Vertreter der Spätromantik und des frühen 20. Jahrhunderts.Aus einer musikalischen Familie (Vater Lehrer und Amateurmusiker) erhielt er früh Unterricht in Klavier, Orgel und Violine. 1888 hörte er in Bayreuth Wagners Die Meistersinger und Parsifal – ein Schlüsselerlebnis. Ab 1890 studierte er bei Hugo Riemann in Wiesbaden und Sondershausen (Harmonielehre, Kontrapunkt). Reger war ein Meister der Polyphonie und absoluter Musik – er verband Bachs kontrapunktische Strenge mit moderner Chromatik, dichten Harmonien und extremer Expressivität. Sein Stil: konservativ in der Form (Fugen, Variationen, Sonaten), aber harmonisch visionär – oft als „Brücke“ zwischen Brahms und Schönberg gesehen.
Sein Œuvre ist riesig (über 1.000 Werke): Hunderte Orgelwerke (Choralfantasien, Toccata und Fuge d-Moll op. 59, Introduction und Passacaglia d-Moll op. 127 – er war der bedeutendste Orgelkomponist seit Bach), Orchesterwerke (Sinfonietta, Variationen und Fuge über ein Thema von Hiller, Romantische Suite), Kammermusik (Streichtrios, Klavierquintette), Klavierstücke (Variationen und Fuge über ein Thema von Bach), Chorwerke (Psalm 100, Hebbel-Requiem) und Lieder.Reger lehrte ab 1907 am Leipziger Konservatorium, war Universitätsmusikdirektor und 1911–1914 Hofkapellmeister in Meiningen. Er war Kettenraucher, trank viel und arbeitete rastlos – oft bis zur Erschöpfung.Er starb plötzlich am 11. Mai 1916 in Leipzig (43-jährig) an Herzversagen. Trotz enormer Produktivität blieb er zu Lebzeiten umstritten; seine Musik erlebt seit den 1980er Jahren eine Renaissance durch Aufnahmen und Festivals.