

Pauline Viardot (geb. Pauline Michelle Ferdinande García), geboren am 18. Juli 1821 in Paris, war eine französisch-spanische Opernsängerin (Mezzosopran/Alt), Komponistin, Pianistin, Gesangspädagogin und eine der einflussreichsten Musikerinnen des 19. Jahrhunderts.Tochter des berühmten Tenors und Gesangspädagogen Manuel García und Schwester der legendären Sopranistin Maria Malibran (die 1836 jung starb), wuchs sie in einer hochmusikalischen Familie auf. Sie erhielt Unterricht von ihrem Vater und war bereits mit 15 eine gefeierte Virtuosin am Klavier (sie spielte Chopin und Liszt). Als Sängerin debütierte sie 1839 in London als Desdemona in Rossinis Otello und wurde schnell zur Star-Mezzosopranistin Europas – berühmt für ihre dramatische Ausdruckskraft, enorme Stimmumfang (fast drei Oktaven), Intelligenz und Bühnenpräsenz. Sie kreierte Rollen wie Fidès in Meyerbeers Le Prophète (1849) und Rachel in Halévys La Juive.
1840 heiratete sie den französischen Kritiker und Kunstsammler Louis Viardot (20 Jahre älter); das Paar hatte fünf Kinder. Ab 1843 lebten sie oft in Paris, Baden-Baden und Weimar. Pauline war enge Freundin und Muse vieler Künstler:
Hector Berlioz (widmete ihr Teile der Damnation de Faust)
Charles Gounod
Clara und Robert Schumann (sie sang Roberts Liederzyklen)
Johannes Brahms (der sie verehrte)
Ivan Turgenjew (lebenslange, leidenschaftliche Liebe; er wohnte jahrelang bei den Viardots)
George Sand und Frédéric Chopin (sie war in deren Kreis)
Als Komponistin schuf sie über 100 Lieder (auf Französisch, Deutsch, Italienisch, Russisch), Vokalisen, Duette, Klavierstücke, eine Operette (Le dernier sorcier, 1869) und Bearbeitungen. Ihr Stil: elegant, expressiv, melodisch – typisch französisch-romantisch mit slawischen und spanischen Einflüssen.Ab 1863 leitete sie in Paris eine berühmte Gesangsschule (Schüler u. a. Désirée Artôt, Adelina Patti). Nach dem Tod ihres Mannes 1883 lebte sie in Paris und Baden-Baden. Sie starb am 18. Mai 1910 in Paris (88-jährig) – eine der letzten großen Diven der romantischen Ära.Pauline Viardot war nicht nur Sängerin, sondern intellektuelle Künstlerin, die Musik, Literatur und Theater verband – eine Ikone weiblicher Emanzipation in der Musikwelt.