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Hugo Wolf

Slovenj Gradec 1860 - Wien 1903

Monochrome Sky
Slovenj Gradec 1860 - Wien 1903

Hugo Wolf (voller Name: Hugo Filipp Jakob Wolf), geboren am 13. März 1860 in Windischgrätz (heute Slovenj Gradec, Slowenien), war ein österreichischer Komponist und Musikkritiker – einer der größten Meister des deutschen Kunstlieds in der Spätromantik.Aus einer slowenisch-deutschen Familie (Vater Lederhändler und begeisterter Musikliebhaber) zeigte er früh Talent. Ab 1875 studierte er am Wiener Konservatorium (bei Fuchs und Bruckner), brach aber 1877 ab. Er lebte als freier Musiker, gab Privatunterricht und war 1884–1887 Musikkritiker der Wiener Salonblatt – dort schrieb er scharfe, polemische Artikel gegen Brahms (den er als „Konservativen“ ablehnte) und für Wagner und Liszt.

Wolf war ein fanatischer Wagnerianer und „Liederfürst“: Er komponierte in intensiven Schüben (oft 2–3 Lieder pro Tag), vertonte fast ausschließlich Dichtung (Eichendorff, Mörike, Goethe, Spanisches und Italienisches Liederbuch nach Heyse/Geibel). Sein Stil: dramatische Deklamation, symphonische Klavierbegleitung, psychologische Tiefe, harmonische Kühnheit – das Lied wird zur Miniatur-Oper.

Hauptwerke:

  • Mörike-Lieder (1888, 53 Lieder – darunter „Der Feuerreiter“, „Elfenlied“, „Verborgenheit“)

  • Eichendorff-Lieder (1889–90)

  • Spanisches Liederbuch (1889–90, 44 Lieder)

  • Italienisches Liederbuch (1890–91 & 1896, 46 Lieder – intimste und raffinierteste)

  • Goethe-Lieder (1888–89)

  • Oper: Der Corregidor (1896, nach Alarcón)

  • Italienische Serenade für Streichquartett (1887)

1887–1897 war seine produktivste Zeit. 1897 heiratete er Melanie Köchert (seine langjährige Geliebte). Ab 1897 zeigten sich erste Syphilis-Symptome (Paralyse, Wahnsinn). 1898 brach er bei der Arbeit an einer Oper zusammen und verbrachte die letzten Jahre in Irrenanstalten (Wien und Wien-Döbling). Hugo Wolf starb am 22. Februar 1903 in Wien (42-jährig) an den Folgen der Syphilis.Wolf gilt als Vollender des romantischen Kunstlieds – seine Lieder sind intensiv, poetisch und revolutionär in Ausdruck und Harmonik.

Lieder

Aus "Italienisches Liederbuch"

No 1. Auch kleine Dinge können uns entzücken
No 3. Ihr seid die Allerschönste weit und breit
No 6. Wer rief dich denn? Wer hat dich herbestellt?
No 8. Nun laß uns Frieden schliessen, liebstes Leben
No 10. Du denkst mit einem Fädchen mich zu fangen
No 17. Und willst du deinen Liebsten sterben sehen
No 18. Heb´ auf dein blondes Haupt und schlafe nicht
No 20. Mein Liebster singt am Haus im Mondenscheine
No 21. Man sagt mir, deine Mutter woll´es nicht
No 23. Was für ein Lied soll dir gesungen werden
No 32. Was soll der Zorn, mein Schatz, der dich erhitzt?
No 33. Sterb´ich, so hüllt in Blumen meine Glieder
No 34. Und steht ihr früh am Morgen auf vom Bette
No 36. Wenn du, mein Liebster, steigst zum Himmel auf
No 38. Wenn du mich mit den Augen streifst und lachst
No 44. O wüßtest du, wie viel ich deinetwegen
No 46. Ich hab´in Penna einen Liebsten wohnen

Noten/Scores:
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